Nach einer unruhigen Nacht, in der mich die in unserem Schlafzimmer eingesperrten Moskitos unaufhörlich quälten, werde ich um 5:52 Uhr vom Wettstreit der Muezzine geweckt. Die örtlichen Hähne haben sich auch schon zu ihnen gesellt. Ein wenig Schlaf würde mich schon noch gut tun… also mache ich mich im Schein meiner Handylampe daran, die Moskitopopulation etwas zu dezimieren, ohne dabei Herman zu wecken. Einige gewesene Moskitos später lasse ich mich müde ins Bett sinken, um mich noch weitere zwei Stunden im Halbschlaf von ihnen piesacken zu lassen.
Heute besuchen wir unseren Freund Dra und sind gespannt, ob noch alles beim alten ist. Das Taxi setzt uns in seinem Viertel ab und wir gehen die letzten Meter noch zu Fuß. Vor Dras Haus empfängt uns schon sein Freund, Nachbar und Mitmusiker Lamin und ist hocherfreut über den überraschenden Besuch aus Alemagne. Er führt uns in den Innenhof, wo wir auch Dra wohlauf wiedertreffen. Hier scheint sich nicht viel verändert zu haben. Lamin erzählt uns, dass sie heute und am Sonntag bei einer Hochzeit trommeln und wir haben unseren ersten Termin: Hochzeitstrommel am Sonntag ab 9:00 Uhr. Wunderbar! Obwohl wir gerade üppig gefrühstückt haben, nehmen wir aus Höflichkeit noch am Essen teil – wie immer „african style“ mit der gewaschenen rechten Hand aus einer gemeinsamen Schüssel.
Unser nächster Besuch gilt Madu, der nur 10 Minuten zu Fuß entfernt wohnt. Er ist deutlich gesprächiger als unser mit Worten sehr sparsamer Dra, und auch hier werden wir zum Essen eingeladen, zu dem wir wieder höflicher Weise nicht nein sagen. Bei Madu wollen wir mehr über den Komokult und den Rhythmus Komo selbst lernen – erste Unterrichtsstunde: Dienstag 9:00 Uhr. Da Madu ein super Netzwerker ist, kann er uns den verlorenen Kontakt von unserem Lehrer Karim geben, ein Trommelexperte für Djina-Trancekulte unser zweiter Schwerpunkt für diese Reise. Jetzt fehlt uns nur noch eine malische SIM-Karte zum Telefonieren – diese hat Madus Sohn übrig und leiht sie uns für die Dauer unseres Aufenthaltes. Es läuft! Da es schon 16:00 Uhr ist, beschließen wir ins Hotel zu fahren, noch etwas zu arbeiten und danach den Tag entspannt ausklingen zu lassen, an dem wir mehr erreicht haben, als wir uns erhofften.

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