Heute geht es mit dem Taxi zum ersten Unterricht mit Karim. Auf der Fahrt geraten wir in eine gewöhnliche Polizeikontrolle. Der Taxifahrer scheint keine gültigen Papiere zu haben und gibt dem Beamten deshalb mit den ungültigen Unterlagen 500cfa (ca. 75 Cent). Der Polizist macht als würde er kurz in die Papiere schauen und lässt uns weiterfahren. Im Djembéhotel voin Jeremy treffen wir Karim und fahren mit dem nächsten Taxi in seinen Stadtteil in der Nähe des Festes von gestern, er fährt mit dem Motorrad voraus und zeigt dem Fahrer den Weg. Von seinem Haus laufen wir mit einem Basstrommler und einem Trommelträger zum „Unterrichtsraum“, ein Schattenplatz unter einem Baum eines Innenhofs. Wie immer haben wir viele kleine Zuschauer, die von unserem Lehrer, bzw. seinem Basstrommler Adama mit deutlichen Worten auf Abstand gehalten werden. Einem alten Mann, der beharrlich bei uns stehen bleibt, gibt er 500cfa, damit er zufrieden wieder seines Weges geht. Nach 90 Minuten sind wir für heute fertig mit dem Unterricht und wenden uns dem Teeritual zu, das wir heute noch mehrmals erleben werden. In einem kleinen Kohlegrill wir die Kanne mit Wasser und grünem Tee erhitzt, danach schüttet man den Tee in zwei Gläser, von einem ins andere, wieder zurück in die Kanne und immer wieder hin und her. Wichtig ist, dass der Tee in einem hohen Bogen ins Glas fällt, denn das Ziel des Ganzen ist es möglichst viel Schaum zu erzeugen. Da es immer nur zwei Gläser gibt aus denen man nacheinander seinen Tee trinkt, sollte man es tunlichst vermeiden den Schaum wegzutrinken.

Es ist wieder Jina-Fest. Diesmal werde ich sofort an die Tama geordert (siehe Bild). Leider habe ich noch nie Tama gespielt, aber nach kurzer Zeit scheinen sie einigermaßen mit dem Erfolg meiner Anstrengungen zufrieden zu sein. Nach einer halben Stunde auf einer kleinen harten Sitzbank spüre ich den Schmerz zum Glück nicht mehr, da meine Beine nach zehn Minuten schon eingeschlafen waren. Aus dieser Position erlebe ich mit, wie eine Tänzerin in Trance versucht sich die Haare auszureißen. Sofort stürzen fünf Frauen auf sie uns brauchen all ihre Kraft sie daran zu hindern und sie aus dem Trancezustand zurückzuholen. Was für ein Erlebnis!

Nach dem Fest gibt es wieder leckeres Essen (siehe Bilder). Nachdem ich das Essen der Einheimischen getestet habe und immer noch keine Verdauungsprobleme habe, habe ich beschlossen ganz normal mit den Trommlern zu essen und auch deren Wasser zu trinken. Das erleichtert einiges und ist ein schönes Ritual. Vor dem Essen geht immer eine Wasserkanne aus Plastik herum, damit man sich die Hände waschen kann. Die gleichen Kannen gibt es auch vor den Toiletten. Man nimmt sie mit, um sich vermutlich die Hände zu reinigen. Nach dem Fest geht es mit dem Sotrama (Minibus) bis zur nächsten Asphaltstraße und dann mit dem Taxi weiter zu einem älteren Trommler Namens Dra. Wir trinken Tee mit ihm, bestellen Trommeln und verabreden uns für eine Hochzeit, bei der er morgen spielt. Nachdem alles gesagt ist, sitzen wir noch kurz schweigen im Hof seines Hauses und gehen dann zu Fuß weiter zu Mado, einem anderen Trommler. Bei ihm bestellt Herman noch ein paar Glocken und wir verabreden uns mit ihm und Drisa zum Unterricht. Langsam wird es schon dunkel und da wir beide noch Hunger haben, beschließen wir noch in einem netten Restaurant (siehe Bild)etwas essen zu gehen. Es gibt Spaghetti mit Soße und Minispießen. Sehr lecker!

Da Herman noch ins Internetcafé möchte, entscheide ich mich die 15 Minuten zum Hotel alleine durchs Dunkel zu finden. Auf halbem Weg treffe ich auf eine Gruppe Männer, die vor einem Fernseher den Fußball Afrika Cup schauen. Wie ich mit meinem wenig Französisch schnell herausfinde spielt Mali gegen Ghana und führt 1:0. Am Hotel, das ich direkt gefunden habe (ausgenommen von der einen Sackgasse), treffe ich mich später mit Herman und wir beenden auch diesen langen Tag mit Kaffee und Brot in einem nahe gelegenen Straßencafé.

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